Deutschlands U21: Mit guten Karten gegen den Gastgeber

Deutschlands U21: Mit guten Karten gegen den Gastgeber

Nach dem eher misslungenen Auftakt meldete sich die deutsche U21-Nationalmannschaft mit einem hochverdienten 3:0-Sieg gegen Dänemark souverän zurück in seiner Rolle als Turnierfavorit. Im letzten und entscheidenden Gruppenspiel haben die Jungs mit dem Bundesadler auf der Brust jedoch nicht nur elf, sondern mehrere tausend Tschechen gegen sich, die zu Hauf ins Eden Stadium in Prag stürmen werden. Solange man sich im deutschen Lager davon nicht beeindrucken lässt, sind das Weiterkommen und der Gruppensieg mehr als möglich.

Tschechiens U21 im Formcheck

Bisheriger Turnierverlauf: 1:2 vs. Dänemark, 4:0 vs. Serbien

Der Fußball schreibt seine eigenen Gesetze. Sehr eindrucksvoll stellte sich dies in der Gruppe A der aktuellen U21-EM unter Beweis. Nachdem die Serben gegen Deutschland eine herausragende Leistung boten, ließen sie gegen die Tschechen all die Tugenden vermissen, die sie gegen Deutschland stark machten. Umgekehrt taten es die Gastgeber. Im ersten Spiel war den tschechischen Youngsters ihre Nervosität deutlich anzumerken. Gegen die Dänen um Pierre-Emil Hojbierg unterlagen sie vor einer überraschend überschaubaren Kulisse knapp mit 1:2, wobei ein Unentschieden wohl das gerechtere Ergebnis gewesen wäre.

Somit war klar, dass gegen Serbien nur ein Sieg zählt. Mit eben dieser Einstellung gingen die Tschechen zu Werke und waren so trotz individueller Nachteile in sämtlichen Belangen überlegen. 4:0 hieß es nach 90 Minuten, die die Zuschauer aus den Sitzen rissen. Mitten drin war Eintracht-Spieler Vlaclav Kadlec, der zwei Tore vorbereitete. Umso bitterer ist es für das tschechische Team, dass der versierte Techniker mit einer Bänderverletzung für den Rest des Turniers ausfällt.

Allerdings ist Kadlec nicht der einzige fähige Offensivspieler im Kader von Trainer Jakub Dovalil. Jan Kliment vom FC Vysocina Jihlava erzielte drei der vier Treffer gegen Serbien und hinterließ auch abseits seiner Tore einen blitzsauberen Eindruck. Auf ihn müssen die deutschen Abwehrrecken besonders Acht geben. Selbiges gilt für Ladislav Krejci, der bereits zehnmal für die A-Nationalmannschaft aufgelaufen ist und ein ähnliches Profil mitbringt wie der nun invalide Kadlec.

Die ganz großen Namen sucht man im tschechischen Kader allerdings vergebens. Verglichen mit dem restlichen Feld im Turnier gehört das Team eher zum unteren Durchschnitt. Als Gastgeber, der aus dem Nichts eine gewisse Eigendynamik und ungeahnte Stärken entwickeln kann, sind sie dennoch nicht zu unterschätzen.

Deutschlands U21 im Formcheck

Bisheriger Turnierverlauf: 1:1 vs. Serbien, 3:0 vs. Dänemark

Deutschland ist eine Turniermannschaft. Das fängt bei der U15 an und hört bei der A-Nationalmannschaft auf, Männer wie Frauen. Auch bei der U21 wurde der DFB seinem Ruf einmal mehr gerecht. Der Start gegen Serbien verlief eher holprig. Die Osteuropäer überraschten den Mitfavoriten Deutschland mit ihrer giftigen und gedankenschnellen Gangart, sodass Starkeeper ter Stegen bereits nach weniger als einer Viertelstunde hinter sich greifen musste. Dem schnellen Ausgleich durch Can sei Dank sicherte sich das Team immerhin noch einen Punkt.

Gegen Dänemark stand die DFB-Elf daher schon weit mehr unter Druck, als man das im Vorhinein eventuell erwartet hatte. Wie das Team mit diesem Druck umging war aller Ehren wert und in bester „Turniermannschaft-Manier“. Horst Hrubesch drehte an den richtigen Stellschrauben, indem er Kimmich von Beginn an auflaufen ließ, Kapitän Volland ins Sturmzentrum verlegte und dem immer mal wieder verspielten Amin Younes eine zweite Chance gab. Die Devise, gegen die großgewachsenen Dänen flach zu spielen, nahmen sich die Spieler sehr zu Herzen und überzeugten mit teilweise überragendem Kombinationsspiel. Vor allem Emre Can als Box-To-Box-Player und Volland in seiner neuen Rolle überzeugten. Die Kombo Can-Volland besorgte dann auch den ersten Treffer.

Doch es war die Leistung des gesamten Teams, die als gut bis sehr gut bewertet werden muss. In dieser Form gehört die deutsche U21 klar zum engstmöglichen Kreis der Favoriten. Man sollte daher darauf hoffen, dass Horst Hrubesch auch gegen die etwas kleineren Tschechen dieselbe Marschroute ausgibt.

Der einzige, der sich nicht vollkommen ausgelassen gefreut haben dürfte war der Freiburger Christian Günter, der erst gegen Serbien die Ampelkarte sah und dann zusehen musste, wie sein Ersatz Nico Schulz einen richtigen guten Job machte hinten links. Obwohl Günters Sperre nun abgesessen ist, dürfte der Herthaner Schulz also weiterhin die Nase vorn haben.

Prognose

Es ist zu erwarten, dass im dritten Gruppenspiel des Gastgebers die bislang größte Kulisse des Turniers zugegen sein wird. Für viele Youngsters mag das beeindruckend sein. Beim Blick auf den deutschen Kader stellt man allerdings fest: Die kennen das alle schon. Ein Kevin Volland hat bereits über 150 Profispiele auf dem Buckel. Mathias Ginter spielte die WM in Brasilien und Emre Can spielt Woche für Woche an der Anfield Road und war auch gegen Erzrivale Everton dabei. Diese Jungs lassen sich nicht beeindrucken, weshalb alles andere als ein Sieg für die DFB-Elf eine große Überraschung wäre.

Daher die Prognose: Sieg für die deutsche U21 – 1,73 Betsson

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Thorsten Imbruchs

Ich schreibe seit inzwischen 10 Jahren über den deutschen und internationalen Fußball und das Thema Sportwetten. Ich habe mehrere Jahre für Wettanbieter gearbeitet, vor allem in der Spielanalyse und Quotenerstellung.

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